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Recruiting im Einzelhandel im Jahr 2018: mobil, Social-Media-orientiert, automatisiert

Geschrieben Von
Alicia Castro
Sr. Associate Editor

Nach dem turbulenten Weihnachtsgeschäft ist es nun an der Zeit, um in Ruhe und strategisch über die Personalplanung für dieses Jahr nachzudenken.

Während der Weihnachtszeit 2017 stieg der Umsatz im Einzelhandel in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Studie von Mastercard SpendingPulse hervorgeht. Um die Wünsche der Verbraucher zu erfüllen, müssen Einzelhändler nicht nur qualitativ hochwertige Waren, sondern auch hochkarätige Mitarbeiter vorhalten.

Um ihren Wachstumskurs auch 2018 fortsetzen zu können, sollten sich Einzelhändler das ganze Jahr über bemühen, Kandidaten anzusprechen und für sich zu gewinnen – bevor, während und nachdem die Verbrauchernachfrage in den Geschäften ankommt. Um die richtigen Bewerber einzustellen, sind Technologien für das Recruiting im Einzelhandel von unschätzbarem Wert, denn damit können Filialleiter mobil denken, sozial agieren und automatisieren.

Mobil durch und durch

Wir leben in einem neuen Kommunikationszeitalter – der Versand von SMS ist für Amerikaner unter 50 die häufigste Form der Kommunikation. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der SMS, die jeden Monat verschickt werden, um über 7.700 Prozent gestiegen.

In diesem Jahr werden Einzelhändler Talente daher direkt in der Filiale über QR-Codes oder SMS-Schlüsselwörter ansprechen. Über diese werden Interessenten dann direkt auf einen Online-Bewerbungsprozess weitergeleitet.

Des Weiteren werden SMS-Bewerbungs-Kampagnen zum Einsatz kommen. Bei diesen wird die gesamte Bewerbung über Kurznachrichten vermittelt. Statt auf eine Seite weitergeleitet zu werden, erhalten Bewerber einfache Fragen per SMS, beispielsweise: Wie lautet dein Name? Wie lautet deine E-Mail-Adresse? Hast du bereits Erfahrung im Einzelhandel? Wie viele Jahre? Die Bewerber antworten per SMS und liefern Filialleitern darüber alle wichtigen Informationen, die sie brauchen, um den Bewerbungsprozess weiterzuführen.

Personalisierte Karriereseiten

Bewerber von heute setzen auf Elektronikgeräte, um alltägliche Aufgaben zu erledigen. Daher sollten Einzelhändler sie über Handy-Apps oder mobil optimierte Websites ansprechen.

Die Personalisierung wird dabei in diesem Jahr ein neues Level erreichen. Auf Karriereseiten können die angezeigten Stellenangebote je nach Standort oder Browser-Verlauf des potenziellen Bewerbers individuell angepasst werden. Außerdem können Einzelhändler Kandidaten auffordern, ihren Lebenslauf auf ihrer Karriereseite hochzuladen. Die darin enthaltenen Informationen können dann verwendet werden, um ihnen passende Jobs vorzuschlagen.

Immer häufiger werden auch für Mobilgeräte optimierte Karriereseiten zum Einsatz kommen, um einen umfassenden Eindruck von der Firmenkultur zu vermitteln. So präsentiert beispielsweise der Outdoor-Einzelhändler REI seine Mitarbeiter, seine Unternehmenskultur und seine Unternehmensverantwortung in Videos, Fotogalerien und visuell aufbereiteten Statistiken.

REI nutzt seine Website, um

  • Unternehmenswerte zu präsentieren (wie „Wir teilen die Liebe zur Natur – Naturstätten für alle“).
  • über Sozialleistungen des Unternehmens zu informieren (wie z.B. die „REI Yay Days“, ein bezahlter Urlaubstag pro Halbjahr, an dem Mitarbeiter Abenteuer in der freien Natur erleben können).
  • Wissenswertes über das Unternehmen mitzuteilen (beispielsweise, dass der Frauenanteil in der Unternehmensleitung 44 Prozent beträgt).

Recruiting über die sozialen Netzwerke

Mitarbeiter einzustellen, die zur Unternehmenskultur passen, reduziert das Risiko einer vorzeitigen Kündigung. Schon immer waren Mitarbeiterempfehlungen eine wichtige Quelle für qualitativ hochwertige Neueinstellungen; allerdings wird in diesem Jahr das Recruiting über die sozialen Netzwerke weiter zunehmen.

2018 wird es beim Social-Media-Recruiting darum gehen, die richtigen Bewerber für die eigene Marke anzusprechen. Auf Karriereseiten können Einzelhändler Social-Media-Widgets einbinden. Auf diese Weise können Kandidaten sehen, ob sie Mitarbeiter kennen, die sie empfehlen könnten.

Außerdem werden Einzelhändler noch stärker von automatisierten Funktionen profitieren, die Social-Media-Konten auf Karriereseiten verlinken. Auf Facebook-Unternehmensseiten können Einzelhändler Informationen von ihrer Karriereseite integrieren. Kandidaten sehen auf diese Weise eine Liste mit Stellen und Stellenbeschreibungen, und wenn sie auf „Bewerben“ klicken, werden sie zum Bewerbungsprozess auf der Karriereseite des Unternehmens weitergeleitet. Um Beiträge auf Seiten wie Twitter zu veröffentlichen, können Einzelhändler über ihre Retail-Recruiting-Lösung automatisch wiederkehrende Posts planen. Einzelhandelsunternehmen können während der gesamten Recruiting-Reise Kandidaten ansprechen, indem sie Links zu Talent-Communities, Karriereseiten oder konkreten Stellen posten.

Angleichung von Verbraucher- und Arbeitergebermarke

Einzelhändler können die gewünschte Konversion von markentreuen Kunden zu Kandidaten erreichen, indem sie sich den Ruf ihrer Verbrauchermarke zunutze machen. In einem kürzlich von Avature durchgeführten Webinar erklärte die Kaufhauskette Belk, wie das Recruiting-Team des Unternehmens gemeinsam mit der Marketingabteilung begonnen hat, die jeweiligen Markenbotschaften anzugleichen. Dazu entwickelte das Unternehmen einen für alle Kaufhäuser geltenden Standard, der darin besteht, eine „emotionale Beziehung zu den Kunden aufzubauen, die über eine rein geschäftliche Transaktion hinausgeht.“ Erreicht wird dies durch die Veröffentlichung authentischer Erfahrungsberichte von Mitarbeitern auf der Website und über die Social-Media-Accounts des Unternehmens. Außerdem führt das Unternehmen E-Mail-Kampagnen durch, in denen nicht nur über Aktionsangebote, sondern auch über offene Stellen informiert wird.

In diesem Jahr werden Einzelhändler ihre Marken weiter angleichen. Mitarbeiter werden dabei eine herausragende Rolle spielen, und das aus gutem Grund: Wenn es um Mitarbeiter-/Kundenbeziehungen geht, vertraut man ihnen 53 Prozent mehr als CEOs. Marketingexperten werden also nicht nur Recruitern, sondern auch Mitarbeitern die nötigen Tools zur Verfügung stellen, um authentische Einblicke zu vermitteln.

Der Kosmetikriese L’Oréal nutzt zwei Hashtags – #LifeatL’Oréal und #L’OréalCommunity – über die Mitarbeiter ihre Erfahrungen bei der Arbeit in ihren Netzwerken teilen können. Auf diese Weise werden Mitarbeiter zu Markenbotschaftern.

Auch das Unternehmen REI setzt auf Mitarbeiter, um die „#OptOutside“-Botschaft zu verbreiten, eine Kampagne, bei der das Unternehmen am umsatzstarken Black Friday seine Filialen schließt und Mitarbeitern einen Urlaubstag schenkt, den sie in der Natur verbringen können. REI stellt dazu Fotos seiner Mitarbeiter zusammen und verbreitet das so entstandene Video über die sozialen Kanäle, wo es sowohl für die Arbeitgeber- als auch die Verbrauchermarke für positive Aufmerksamkeit sorgt.

Intelligente Automatisierung

Im Einzelhandel kann eine typische hochvolumige Stellenausschreibung dazu führen, dass Hunderte von Bewerbungen eingehen. Filialleiter müssen anschließend wertvolle Zeit opfern, um Lebensläufe unqualifizierter Bewerber durchzusehen.

In diesem Jahr werden Einzelhändler daher verstärkt intelligente Automatisierung nutzen, um den Prozess der Vorauswahl effizienter zu gestalten. Mithilfe entsprechender Tools können sie Kandidaten in großer Anzahl entsprechend ihrer Kompetenzen, ihrer Erfahrung, ihrer Verfügbarkeit für bestimmte Schichten oder ihrem Abschneiden in Persönlichkeitstests oder anderen Kriterien vergleichen und einstufen.

Auch für die Einstellung von Saisonkräften werden sich diese Tools als nützlich erweisen. Einzelhändler können mithilfe von Segmentierungsfunktionen Kandidaten nach Wunschkriterien ordnen (wie z.B. ehemalige Saisonkräfte) und dann zu Stoßzeiten automatisch E-Mail-Erinnerungen an diese versenden.

Eine weitere Möglichkeit, sich die intelligente Automatisierung zunutze zu machen, ist die Integration von Chatbots in die Retail-Recruiting-Lösung, die Fragen zur Bewerbung oder zur Vorauswahl beantworten. Diese zeitaufwändige, häufig mühsame Arbeit entfällt somit für Recruiter oder Filialleiter.

Termine für Bewerbungsgespräche selbst festlegen

Werden gleich mehrere Mitarbeiter auf einmal eingestellt, müssen sich Filialleiter durch eine besonders mühsame Aufgabe kämpfen: die Terminierung von Bewerbungsgesprächen. Etliche Unternehmen, darunter der Omnikanal-Einzelhändler Macy’s, sind jedoch dabei, diesen Prozess zu vereinfachen. Vor ein paar Jahren rief das Unternehmen einen landesweiten Einstellungstag ins Leben. An diesem Tag luden Recruiter ehemalige Saisonkräfte ein, sich erneut zu bewerben, und setzten anschließend Termine für Bewerbungsgespräche fest, die alle am gleichen Tag stattfinden sollten.

Dieses Jahr werden Einzelhändler einen Schritt weiter gehen und es dank einer neuen Technologie Bewerbern ermöglichen, unter verfügbaren Zeitfenstern selbst einen Termin für ihr Vorstellungsgespräch auszuwählen. Genau wie die übrigen Technologielösungen, die Kandidaten direkt zu sehen bekommen, werden diese Terminfindungsportale im Firmendesign gestaltet und für Mobilgeräte optimiert sein.

Einzelhändler werden also bestens gerüstet sein, um die Recruiting-Herausforderungen zu bewältigen, die sich ihnen 2018 stellen – wenn sie beim Suchen und Ansprechen von Talenten kreativ vorgehen und diese Informationen anschließend für das Einstellen von Saisonkräften speichern.

 

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