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Teil 1: 8 Tipps zur Optimierung des Hochschul-Recruiting

Teil 1 von 2

Heute ist es wichtiger als je zuvor, Top-Mitarbeiter zu finden, attraktieren, beurteilen, einzustellen und an sich zu binden. Technologische Innovationen sorgen branchenweit für massive Umbrüche – und diese Entwicklung wird aller Voraussicht nach ungebremst andauern. Hinzu kommt der weltweite Mangel an Fachkräften, insbesondere an Akademikern, der für 2020 prognostiziert wird. Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend wichtiger, neue Wege zu finden, um die Mitarbeiter der nächsten Generation für sich zu gewinnen und an sich zu binden.

Die Talente von morgen verlangen nach einer anderen Art von Kandidatenerlebnis: Universitätsabsolventen wollen mit echten Menschen kommunizieren, sie wollen die Authentizität einer Marke erleben und in die Unternehmenskultur eintauchen – und das alles noch bevor sie überhaupt eine Bewerbung in Betracht ziehen. Sie halten Ausschau nach Firmen mit einer ähnlichen Philosophie und ähnlichen Zielen, sie wollen sich verwirklichen, von einer besseren Work-Life-Balance profitieren und nicht zuletzt ein Unternehmen finden, in dem sie sich weiterentwickeln können. Doch wie kann man vorgehen, um die Talente von morgen auf sich aufmerksam zu machen?

Es gibt zahlreiche Wege, um Hochschulabsolventen anzusprechen: Social Media, Online-Community- Gruppen, Alumni-Netzwerke, um nur einige zu nennen. Dennoch bleibt das Recruiting an Hochschulen eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, um junge Toptalente aller Art zu finden und auf sich aufmerksam zu machen. Für Unternehmen kann es enorme strategische Vorteile mit sich bringen, Talentlücken zu schließen und die eigene Bekanntheit als potenzieller Arbeitgeber zu steigern. Zudem sorgt es für frischen Wind im Unternehmen, wenn zeitgemäße Kompetenzen, Enthusiasmus und ein neuer Blick auf die Welt Einzug halten. [1]

Auch wenn sich Campus-Veranstaltungen als Recruiting-Kanal bewährt haben, hängt ihr Erfolg vor allem davon ab, dass man weiß, wie man einen Event plant, skaliert und im Anschluss bestmöglich nachfasst. In diesem Beitrag werden wir die ersten drei von acht grundlegenden Möglichkeiten beleuchten, um das Hochschul-Recruiting so erfolgreich wie möglich zu gestalten.

1. Machen Sie Ihre Hausaufgaben und lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen

Die Studierenden von heute, oftmals als „Digital Natives“ beschrieben, stellen Recruiter vor neue Herausforderungen und zwingen sie dazu, traditionelle Herangehensweisen über Bord zu werfen. Sie nutzen eifrig ihr Smartphone, sind rund um die Uhr online und technikaffin. Daher haben sie hohe Ansprüche an eine virtuelle Recruiting-Erfahrung. Den Studierenden von heute stehen sämtliche Informationen mit nur wenigen Mausklicks zur Verfügung. Recruiter müssen daher weiter denken als lediglich bis zum Hochschul-Recruiting-Tag – sie müssen sich ins Internet begeben, und zwar dorthin, wo die Zielgruppe sich tummelt, beispielsweise in Facebook-Gruppen, auf Alumni-Blogs, in Online-Diskussionsforen, auf Twitter, YouTube, Fachschaftsseiten oder auf LinkedIn. Ziel dabei ist herauszufinden, wie die Studierenden ticken, welche Kanäle sie besuchen, für welche Aktivitäten sie sich interessieren und was für eine Sprache sie benutzen, um die Kommunikation daraufhin abstimmen zu können.

2. Beziehungspflege vor, während und nach einer Veranstaltung

Qualifizierte Hochschulabsolventen von heute werden oftmals von zahlreichen Unternehmen mit Anfragen bombardiert. Außerdem kennen sie sich mit Marketingtricks aus und sind äußerst wählerisch, was ihren zukünftigen Arbeitgeber angeht. Und sie merken schnell, wenn zwischen der vom Unternehmen kommunizierten „Arbeitgebermarke“ und ihren eigenen Beobachtungen eine Diskrepanz besteht. Um Beziehungen zu ebendiesen Hochschulabsolventen aufzubauen, die nach Authentizität suchen und mit echten Menschen sprechen wollen, müssen Unternehmen sich früh und anhaltend engagieren. Hierfür reicht es nicht aus, einen Stand auf einer Karrieremesse aufzubauen.

Vor der Veranstaltung:
Der Aufbau einer Datenbank bzw. eines Talentpools mit Studierenden sollte vor der Karrieremesse erfolgen. Nutzen Sie dazu die sozialen Netzwerke und pflegen Sie Ihre Beziehungen zu Hochschulen, Universitäten und Alumni-Netzwerken. Anstatt lediglich auf Eventmarketing-Taktiken zu setzen, um Absolventen am Tag der Veranstaltung an Ihren Messestand zu locken, können Sie auch im Vorfeld Interesse wecken, indem Sie beispielsweise individuelle Einladungen oder Event-Erinnerungen erstellen oder Studierenden zusätzliches Infomaterial mit Links zu Anmeldeseiten oder individuellen Karriereseiten zusenden. Durch derartige Maßnahmen können Sie erreichen, dass Studierende am Tag der Veranstaltung gezielt zu Ihrem Stand kommen, was für einen kontinuierlichen Besucherstrom sorgt.

Im Anschluss an die Veranstaltung;
Wie bei allen Aktivitäten rund um die Kontaktpflege ist es auch in diesem Fall wichtig, nach der Veranstaltung nachzufassen. Hierfür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, von einer einfachen Dankes-E-Mail über „Schön, Sie kennengelernt zu haben“-Nachrichten mit zusätzlichen Infos bis hin zur Beantwortung offener Fragen oder kurzen Umfragen, um herauszufinden, was den Absolventen am Herzen liegt. Durch all diese Maßnahmen stellen Sie einen Kommunikationskanal her und erleichtern es Absolventen, mit Ihnen in Kontakt zu treten.

In regelmäßigen Abständen:
Auf Karrieremessen sind Recruiter selbstverständlich vor allem daran interessiert, Beziehungen zu Absolventen zu knüpfen. Doch auch eine regelmäßige Kontaktpflege zu Kandidaten, die noch studieren, ist wichtig, um eine erfolgreiche Pipeline für die Zukunft zu entwickeln.

Bieten Sie den Studierenden von heute die Möglichkeit, Ihr Unternehmen und den Geschäftsbetrieb wirklich kennenzulernen. Nutzen Sie Ihr Wissen über die Zielgruppe und stimmen Sie Ihre Kommunikation individuell auf ihre Interessen und Vorlieben ab. So könnten Sie sie beispielsweise zu einer branchenspezifischen Karrieremesse, zu einem Infotag über das Unternehmen oder zu Online-Webinaren einladen, ihnen passende Stellenangebote weiterleiten, ihnen Artikel und Blogbeiträge zusenden, die ihren Karrierepräferenzen entsprechen oder sie mit aktuell für Sie tätigen Absolventen mit ähnlichen Karriereprofilen vernetzen. Machen Sie auf jeden Fall deutlich, dass Sie Ihnen bei Fragen gern zur Verfügung stehen. Ist erst einmal das Interesse geweckt und eine Beziehung etabliert, werden diese Studierenden Ihr Unternehmen viel eher im Hinterkopf haben, wenn sie dann ihren Abschluss in der Tasche haben.

Langfristig:
Realistischerweise wird sich nicht jeder Absolvent und jede Absolventin für Ihr Unternehmen entscheiden, sondern sich aus verschiedensten Gründen anderen Arbeitgebern zuwenden. Doch heißt das, dass die Kontaktpflege an diesem Punkt enden muss? Ganz im Gegenteil. Sehen Sie es einfach als weitere hervorragende Möglichkeit zur Stärkung der Markenbekanntheit und zur Kontaktpflege mit berufstätigen Absolventen. Im Laufe der Zeit können Sie so deren Karrierepräferenzen immer besser kennenlernen. Laden Sie sie ein, sich für spezifische Talentpools zu registrieren. Anschließend können Sie ihnen maßgeschneiderte Inhalte entsprechend ihrer Berufswahl zukommen lassen, sie mit aktuell für Sie tätigen Absolventen vernetzen und deren Erfolgsgeschichten bekannt machen. Wer weiß, vielleicht haben Sie ja in einem halben, einem oder sogar in drei Jahren die perfekte Stelle anzubieten oder Ihr Kandidat ist zu diesem Zeitpunkt bereit für eine neue Erfahrung. In jedem Fall kann es für das Geschäft nur vorteilhaft sein, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.

3. Karriereseiten, Microsites und maßgeschneiderte Landing Pages

Die besten und kompetentesten Studierenden sind meist nicht lange auf dem Markt. Daher müssen Sie auf Zack sein und Sie mit maßgeschneiderten Informationen versorgen, die schnell Eindruck hinterlassen. Wie bereits erwähnt, ist es essenziell, die Zielgruppe gut zu kennen, um eine Wirkung zu erzielen. Sie müssen Ihre Zielgruppe verstehen, um zur richtigen Zeit relevante, auf ihre Interessengebiete abgestimmte Inhalte liefern zu können. Doch wie gelingt es, diese attraktiven Inhalte zu übermitteln?

Karierreseiten
Karriereseiten sind fast immer die erste Anlaufstelle für Absolventen. Sie ermöglichen einen Blick hinter die Kulissen, vermitteln einen ersten Eindruck Ihrer Unternehmenskultur, der offenen Stellen und davon, wie es ist, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Dies ist eine hervorragende Chance, um Ihre Arbeitgebermarke im besten Licht zu präsentieren, das Interesse von Absolventen zu wecken und einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen. Ähnlich wie Ihre Produkt-Website ist auch Ihre Karriereseite ein Vertriebs- und Marketingtool, um potenzielle Mitarbeiter für Ihr Unternehmen zu begeistern.

Microsites
Anders als Karriereseiten, die breiter gefasste Informationen zur Unternehmenskultur und zu offenen Stellen enthalten, bietet die Erstellung von Microsites die Möglichkeit, zielgerichtetere Inhalte zu verbreiten, um von Hochschul-Recruiting-Events bestmöglich zu profitieren. Karriereseiten dienen als umfassende Informationsplattformen; Microsites hingegen bestehen lediglich aus mehreren Unterseiten, die Inhalte, Bilder und Videos für konkrete Zielgruppen präsentieren, beispielsweise:

a) berufsorientierte Informationen zu den anvisierten Geschäftsbereichen, etwa IT, HR oder Marketing
b) weitere Einzelheiten zu Praktika oder Absolventenprogrammen
c) eine Liste aller Veranstaltungen, für die sich Absolventen anmelden können
d) Maßgeschneiderte Inhalte für Universitäten/Hochschulen
e) Videos und Testimonials zu beispielhaften Absolventenkarrieren

Landing Pages
Eine weitere Option, um bestmöglich von Recruiting-Events zu profitieren, ist die Nutzung eigens erstellter Landing Pages. Über diese können schnell und unkompliziert für Mobilgeräte optimierte Seiten im Unternehmensbranding gestaltet werden, um relevante Inhalte für beliebige Zielgruppensegmente bereitzustellen.

Derartige Landing Pages eignen sich insbesondere, um Events zu bewerben, Anmeldungen zu verwalten und zur Teilnahme sowie zu Rückmeldungen anzuregen. Werden Sie von Studierenden an Ihrem Stand förmlich überrannt, könnten Sie Karten mit einer Internetadresse verteilen, auf die die Interessenten ganz leicht über ihr Mobilgerät zugreifen können, um ihr Interesse zu signalisieren. Im Anschluss an eine Veranstaltung besteht die Möglichkeit, eine E-Mail mit einem Link zu einer Landing Page zu versenden, auf der Studierende dazu aufgefordert werden, nach Belieben weitere Informationen zu ihren Berufswünschen anzugeben.

Dabei geht es nicht darum, einer Möglichkeit den Vorzug zu geben. Vielmehr soll die Kommunikationsstrategie so geplant werden, dass alle drei Optionen genutzt werden können. Auf diese Weise können Sie ein breites Spektrum an Informationen häppchenweise, zielgerichtet und zweckgemäß präsentieren und auf diese Weise ein reibungsloses Kandidatenerlebnis gewährleisten.

Recruiting an Hochschulen – Fortsetzung folgt…

In Teil 1 haben wir dargelegt, weshalb Hochschul-Events trotz der Vielzahl an Möglichkeiten zur Kontaktpflege mit Studierenden immer noch zu den effektivsten Recruiting-Kanälen gehören. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Hochschul-Recruiting nicht erst auf dem Campus beginnt und endet. Die eigentliche Veranstaltung mag zwar der Höhepunkt sein, doch die tatsächlichen Möglichkeiten, die sich dadurch ergeben, hängen stark davon ab, wie gut man seine Zielgruppe kennt und versteht, wie gut man vor, während und nach dem Event mit ihnen kommuniziert und Kontakt hält, und welche Technologien man einsetzt, um zur richtigen Zeit auf die Zielgruppe zugeschnittene Inhalte bereitzustellen.

Wollen auch Sie Ihr Hochschul-Recruiting auf ein neues Level heben? Dann seien Sie nächste Woche wieder dabei, wenn wir untersuchen, wie man auf Veranstaltungen komplett ohne Papier auskommt, welche Tricks es gibt, um ansprechende Stellenbeschreibungen für die Absolventen von heute zu formulieren, und welche Technologien dabei helfen, die Kooperation zwischen Recruitern und Hiring Managern zu verbessern.

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